Stella Luna

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© 2010 Stella Luna

Wer sich ausführlicher informieren möchte, kann gerne auf der Seite http://jahreskreis.info nachlesen.

 

 

Imbolc - Lichtmess - Brigid

 

 

Am 2 Februar feiern wir  LICHTMESS, das keltische IMBOLC oder auch das Fest der BRIGID.

Es liegt zwischen Wintersonnwende und Frühjahrs-Tagundnachtgleiche

 

Es ist ein Fest der ersten Sonnenstrahlen, der jungfräulichen Sonne nach dem Winter.

 

Also auf jeden Fall ein Begrüßungsfest für die Sonne.

 

 

 Die Lichtjungfrau BRIGID

 

In diesem neuen Licht erscheint die Göttin als die schöne Lichtjungfrau Brigid - "die vom Strahlenkranz umgebene" - und löst damit die dunkle, schwarze Göttin ab, die als Percht und Cerridwen den Winter beherrschte.

Mit ihr steigen die Elementarwesen und Fruchtbarkeitsgeister aus der Erde, allen voran der Bär! Der Dickpelz, noch recht steif und schlaftrunken, steckt an diesem Tag, angeblich zum ersten Mal, seine Nase aus der Höhle, um zu sehen, wie weit der Frühling schon gediehen ist.

Der Bär ist kein anderer als der wiedegeborene, noch verhüllte jugendliche Sonnengott, ganz wild und ungezügelt.

 

 

Gebärmutter - Bären und Gebären

 

Im Weltbild der alten Völker galt jede Höhle als eine Gebärmutter oder der Schoß der Muttergöttin. Im Innern der Erde, in ihrem Schoß hütet die All-Ge-Bär-erin die unzähligen Tier- und Menschenseelen. Niemand betrat diese Höhlen einfach so, außer er wohnte selbst darin. Aber man beobachtete, daß der Bär im Winter in diese Höhlen verschwand und im Frühjahr mit jungen Bären wieder daraus hervorkroch. Daher sah man in diesen Bären den Gesandten der Muttergöttin. Oder man glaubte, daß die Erdgöttin selbst in Gestalt des Bären wandeln konnte. Daß die Bärin die Göttin war.

 

Ein Tier, das ohne Probleme im Schoß der Göttin ein und auszugehen vermag, wie ein Penis in einer Scheide, ist sicherlich auch ein Hüter der Fruchtbarkeit und der Geburt - sozusagen ein Öffner der Lebenstore (wie Storl schreibt). Und daher war die Bären-Schamanin immer auch Geburtshelferin. Und ethymologisch betrachtet weisen die Worte auch darauf hin: ge-Bär-en, Ge-Bär-Mutter, im Englischen "to bear a child" = gebären und "bear" für Bär. Da sieht man deutlich die Zusammenhänge. Auch bei den alten Runen gibt es diese Bärenrune. Es ist die BAR-Rune, die sowohl für Geburt und Gebären und geborgen steht als auch für die Totenbahre. Leben und Tod aus dem Schoß der Mutter Erde verknüpft mit der alten Bärengöttin.

 

 

Schneeweißchen und Rosenrot

 

Jeder von uns kennt noch das Märchen "Schneeweißchen und Rosenrot". Unter seinem Pelz verborgen leuchtet Gold und steckt ein junger Prinz - der junge Sonnenkönig (= Jahreskreiskönig).

Und die beiden Mädchen, "Schneeweißchen" und "Rosenrot", verkörpern, wie ihr symbolträchtiger Name schon besagt, die junge Göttin Brigid als weiße Göttin und die Rote Göttin.

Ja und die alte Mutter, die dem Bären im Winter Zuflucht gewährt hatte, ist niemand anderes als die alte Erdmutter, die Frau Holle oder auch Frau Percht, d.h. der schwarze Aspekt der Muttergöttin.

Und sie beherbergen den Bären, den Jahreskreiskönig.

        

 

Die Weiße Göttin und das Jahresrad

 

Der Herrschaftsantritt der Weißen Göttin und des Götterbärs war das Ende der Weihnachtszeit.

Ihre Herrschaft dauerte bis Mai.

Man muß auch noch wissen, daß das Jahresrad vom 25.11. dem Katharinentag bis Lichtmeß angehalten wurde.

Es gibt noch heut den Spruch: "Kathrein stellt das Tanzen ein".

Das Jahresrad - im höchsten Norden auch das Sonnenrad - stand in dieser Zeit still, und damit hatte auch die Tanzdrehung zu unterbleiben.

Um so weniger verwunderlich ist es dann, daß ab Lichtmeß besonders gerne getanzt und gefeiert wurde.

 

 

Wachrütteln von Bäumen und Pflanzen

 

Wer hellsichtig genug war, konnte Brigid auf einem Hirsch reiten sehen, wie sie die Samen weckte und die Bäume wachrüttelte, so daß die Säfte wieder zu fließen begannen.

 

 

 

BRIGID und das Feuer

 

Brigid, die Hüterin des Feuers, bewachte an diesem Tag, oder besser in dieser Nacht, das heilige Feuer.

 

Die Verbindung der Göttin Brigid mit dem Feuer geht aus ihrem Sonnen-Charakter hervor. Lichtsäulen und Flammen begleiteten sie, als sie "zwischen den Welten" weder "im Haus noch außer Haus", sondern auf der Türschwelle ins Leben trat. Und diese Flammen begleiten sie weiter. Als Kleinkind schlief sie in einem Feuermeer...

Ihr Attribut, Brigids feuriger Pfeil, war sprichwörtlich: der heiß ersehnte erste Frühlings-Sonnenstrahl, der die Erde wärmend traf.

Dieser 1. Lichtstrahl durchstößt symbolisch die Mutter Erde, sprich ein durch und durch penetrativer Akt der Befruchtung.

 

Es ist aber auch übertragen zu sehen: der Feuerpfeil, der ins Herz trifft. Das Entfachen der ersten Frühlingsgefühle, der Liebe, der Erotik....

Der Name BRIGID kommt auch von "breo-saighit" oder "breo-agit", was leuchtender Pfeil oder brennender Pfeil bedeutet.

 

 

Es muß daher beim Festverlauf auf jedenfall die Wiederkehr der Sonne begrüßt worden sein und symbolisch durch das Entfachen eines Feuers gefeiert worden sein.

Denn IMBOLC war mit der heiligen Flamme verbunden, die die Sonne aus dem Winterschlaf erweckte.

 

 

Namensverwandtschaften mit BRIGID

 

Nach ihr wurden Flüsse und Städte benannt: Bregenz, Brigantia, Braganca in Italien, Brig in Wallis, die Ebene Brega in Irland.

 

 

Alte Rituale:

 

Ein schönes altes Ritual ist, wenn man mit einem Feuerpfeil das Lagerfeuer entfacht. Das kann einer machen oder auch mehrere. Ist immer sehr spannend, ob und wie man trifft.

 

Oder Lichtschiffchen auf einem Fluß oder See, z.B. mit Schwimmkerzen.

 

Oder auch die altbekannte Kerzenprozession, wo man das Licht durchs Haus trägt.

 

Dann das Wachrütteln der Bäume und Sträucher - ist vor allem mit Kindern sehr schön.

Oder das Runterrollen von einem kleineren Hügel.