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© 2010 Stella Luna |
Eine etwas andere Ostergeschichte
Wolltet Ihr
schon immer mal wissen, woher eigentlich der Begriff "Ostern" kommt?
Gebt es zu, in der Schule hat man Euch erzählt, dass "Ostern" eigentlich
im Ursprung ein heidnisches Fest war, das nach der germanischen
Frühlingsgöttin Eostrae benannt wurde. Aber man soll nicht alles
glauben, was einem in der Schule erzählt wird.
Vor vielen,
vielen Jahren nämlich gab es einmal ein Volk, das lebte in einem Land,
in dem es den grössten Teil des Jahres hell war. Die Nächte waren sehr
kurz und die Tage sehr lang und ausgefüllt. Es war nämlich ein
fleissiges Volk, das mit den ersten Sonnenstrahlen aufstand und sich,
nach einem arbeitssamen Tag, zur wohlverdienten Ruhe bettete, sobald die
Sonne am Horizont verschwunden war.
Eines Tages
wachte ein kleines Mädchen aus diesem Volk mitten in der Nacht auf.
Irgendetwas hatte ihre Ruhe gestört und sie war ein bisschen verärgert
darüber, weil sie gerade so schön von der Sonne und den Blumen in ihrem
Garten geträumt hatte.
Unruhig warf sie sich auf ihrem Lager hin und her, aber der Schlaf
wollte einfach nicht wiederkommen.
Leise stand sie auf, weil sie ihre Geschwister, mit denen sie das Lager
teilte, nicht stören wollten.
Am nächsten Tag sollten die Äcker bestellt werden und die Blumenbeete
warteten auch schon auf die Samen. Es lag also ein harter Tag vor ihnen.
Das kleine
Mädchen beschloss, ein wenig spazieren zu gehen und hoffte, dass sie
dadurch wieder die nötige Bettschwere fand, um den Rest der Nacht zu
schlafen.
Ein bisschen unheimlich war ihr aber schon zumute, denn sie war noch nie
nachts aufgestanden, und als sie aus der Tür trat, erschrak sie, wie
dunkel doch alles um sie herum war.
Sie kannte nur die Helligkeit des Tages und ihr schien, als ob sie
nichts um sich herum erkennen konnte.
Vorsichtig setzte sie einen Schritt nach dem anderen in den Garten und
blickte sich um.
Aber was war das? Weit oben am Himmel blinkte etwas.
Sie rieb sich die Augen und sah genau hin.
Gelblichweiss blinkte es und sah wunderschön aus.
Plötzlich berührte sie jemand an der Schulter.
Erschrocken zuckte sie zusammen und drehte sich um.
Ihr Vater war ebenfalls wach geworden und wollte sich, wie sie, noch ein
wenig die Beine vertreten.
"Papa," flüsterte das Mädchen, nachdem es sich von dem Schreck erholt
hatte, "was ist das da oben?"
Dem Vater wurde jetzt erst bewusst, dass sein kleines Mädchen zum ersten
Mal die Nacht sah.
"Das ist ein Stern," antwortete er.
"Ein Stern?" fragte das Mädchen zurück.
"Ja, " erwiderte der Vater. "Jede Nacht, wenn die Sonne schläft, dann
kommt der Mond und hält Wache über die Menschen, wie es die Sonne
tagsüber macht. Aber weil der Mond kleiner ist als die Sonne, bringt er
immer Verstärkung mit, nämlich seine Freunde, die Sterne. Das, was du da
siehst, ist der vorwitzigste seiner Art. Er kommt immer als erstes und
sieht nach, ob alles in schläft. Er blinkt dann vor Freude, denn er
liebt die Stille."
Begeistert klatschte das kleine Mädchen in die Hände und rief:
"Oh, ein Stern!" Sie hüpfte vor Freude auf und nieder und sang dabei
immer wieder "Oh, ein Stern, oh, ein Stern!"
Der Vater musste lachen, als er seine kleine Tochter so hüpfen sah.
Er hörte sie zum ersten Mal singen, weil sie sich bisher nie getraut
hatte. Alle ihre Freunde hatten ihr immer wieder erzählt, ihre Stimme
würde klingen wie eine Giesskanne, die jemand vergessen hätte, während
der Regenzeit ins Haus zu bringen.
Voller Stolz sah der Vater seine Tochter an, denn sie klang in seinen
Ohren gar nicht wie eine Giesskanne, sondern hatte eine wunderschöne
Stimme, die wie geschaffen schien für die Nacht und die Sterne.
Nicht lange
danach war das Mädchen vom vielen Singen und Tanzen so müde geworden,
dass sie auf den Armen ihres Vaters, der sie zurück ins Haus trug,
eingeschlafen war.
Am nächsten Morgen berichtete der Vater während der Feldarbeit voller
Stolz von seiner Tochter, wie sie immer wieder sang "oh, ein Stern",
obwohl jeder bisher dachte, sie könne nicht singen.
Und mit der Zeit gehörte diese Geschichte zu den Geschichten des Dorfes,
die man sich immer wieder auf den Dorffeiern erzählte.
Aber wie das mit Geschichen oft so ist, je öfter sie erzählt werden,
desto ausgemalter werden sie, und am Ende erzählten die Leute, dass das
kleine Mädchen, welches übrigens als später als erwachsene Frau die
Dorfbardin wurde, am Tag vor der Aussaat in einem Jahr der besonders
reichen Ernte, immer wieder gerufen habe, "Ostern, Ostern!"
Nach einiger
Zeit hatten sich die Leute daran gewöhnt, die Zeit vor der Aussaat mit
dem Wort "Ostern" zu verbinden und es bürgerte sich ein, dass diese Zeit
besonders gefeiert wurde, damit man dann mit frischen Kräften an die
Feldarbeit gehen konnte.
Diese etwas andere
Ostergeschichte stammt aus der Feder von
Britta Lüthe.
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lustige
Geschichten!
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Asteria
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