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Stella Luna Das Spirituelle Online-Magazin für Lebenslust & Lebensart
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© 2009 Stella Luna |
das Grünzeug des Monats Januar
Die Steck- oder Kohlrübe
UIÄÄÄÄHHHHH- den Eintopf gabs schon immer bei Oma….oder so ähnlich hör ich grad viele von euch seufzen. Dabei muß man sich gar nicht schütteln vor der Steckrübe oder an pampige Eintopfgerichte von Annoduzzemal denken. Das werd ich euch mit dem passenden Gericht zum Grünzeug des Monats auch noch zeigen. Nicht zu vergessen ist die Tatsache, das diese Rübe uns relativ preiswert satt macht.
In Notzeiten z. B. während des ersten Weltkriegs 1916/1917 waren Steckrüben mehrfach die letzte Nahrungsreserve der Bevölkerung.
Selbst mein Vater, Jahrgang 1936 sei hier zu schlechten Zeiten zitiert: „morgens Kohlrübensuppe mit Kälberzähnen (große Graupen), mittags Koteletts von der Kohlrübe, nachmittags Kuchen aus Kohlrüben und abends die Reste vom Tag. Es gab sogar Steckrüben-Marmelade aufs Brot zum Steckrübenkaffee.“
Die Steckrübe blieb in der Bevölkerung unbeliebt. In der Folge wurde sie zu Dörrgemüse und Rübenmehl verarbeiten und den berühmten „Maggi-Würfeln“ zugefügt und so als Vollkost in den Handel gebracht. Jede Familie mußte eine bestimmte Menge davon abnehmen, um andere Lebensmittel kaufen zu können.
Ich geb zu: Es klingt gruselig. Und obwohl wir wieder wirtschaftlich schlechten Zeiten entgegen sehen oder auch gerade deswegen, nun erstmal ein bischen Theorie zur so oft verkannten Steckrübe.
SO sieht sie aus, wenn Ihr sie beim Bauern des Vertrauens oder im Supermarkt antrefft
Mit Künstlerblick und etwas Wohlwollen kann man bei dem farbenprächtigen Anblick von satten gelb- und orangfarbigem Fruchtfleich und der mystisch-violetten Schale ins Schwärmen geraten. Zugegeben: Es ist ein sehr schmeichelhaftes Foto…. Es gibt grüne bis gelbliche Sorten oder auch rötliche mit derber Schale und weißlichem Fleisch und einem herbsüßen Geschmack.
Die Steckrübe erreicht Deutschland im 17. Jahrhundert aus Skandinavien daher kommend daher auch der Name „Schwedische Rübe“. Woher sie tatsächlich stammt konnte ich nicht eruieren. Vermutet wird, dass sie im westlichen Mittelmeergebiet aus Kohlrabi und Herbstrübe gezüchtet wurde. Wahrscheinlich wurde sie schon von Galliern und Kelten angebaut, der erste Nachweis ihrer Kultivierung stammt aber aus Babylon. Heute wird die Steckrübe weltweit in allen gemäßigten Klimazonen angebaut und von September bis Mai geerntet.
Die Steckrübe oder Kohlrübe, lat. Brassica napus, Unterart rapifera, gehört zu den Kreuzblütlern unter den Gemüsearten. Komischerweise also in die gleiche Familie wie der Raps und Senf und auch verwandt mit dem Kohl. Sie hat viele Namen die Steckrübe, z. B. Kohlrübe, Erdrübe, Schmalzrübe, Bodenkohlrabi, Dorschen, Wruken oder Kullochen, und es gibt bestimmt noch mehr…
Steckrüben enthalten viel Zucker, überwiegend Traubenzucker, Eißweiß, Fett, ätherische öle, Mineralstoffe, Carotin, Provitamin A und die Vitamine B1, B2, C und Nicotinsäureamid. Und jetzt kommts:
Durch ihren hohen Wassergehalt (84%) sind sie sehr kalorienarm. ;-)
In der Küche werden nur die annähernd runden Wurzelknollen verwendet. Die Rübe ist besser als ihr Ruf: Sie ist in der Lage nahezu jeden Geschmack anzunehmen ohne selbst aufdringlich zu sein und paßt so z. b. gut zu Sellerie (auch so ein verkanntes Gemüse), Kohlrabi oder Möhren. Man kann sie mit Gurken einwecken und sie schmeckt dann eben wie diese oder auch wenn man nur wenig Äpfel zur Verfügung hat kocht man die Rübe zusammen mit Äpfeln zu Mus und bekommt so aus wenig Äpfeln viel Apfelmus.
Also laßt uns Omas Steckrüben-Trauma überwinden und mit der Steckrübe lecker experimentieren!
Allzeit Eure Asteria |